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#31 RE: Canyonlands/Needles von Hans(palmen2009) 24.12.2016 14:29

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Find ich Klasse wenn man auch Verluste mit Humor nimmt. So muss das.

#32 RE: Canyonlands/Needles von Lute 24.12.2016 18:23

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Moi Hans,
Ja Mensch, so soll man mit Verluste umgehen. Ich wird meistens ziemlich traurig. Der Horst ist ein echter Poet! Danke dir Horst für die Verszeilen. Ohne Humor kann man kaum oder?

@ Walter: Du schriebst am 22 dec.: Hilfe! Absolut unklare ID! Von Weitem sah die wie eine merkwürdige Yucca aus, ist es natürlich nicht.
Auf das Foto steht ein Hesperocallis undulata. Selber wusste ich es nicht aber Bertus Spee (Zeeland-NL) hat mir der Nahme ins Ohr geflüstert.

Lute NL

#33 RE: Canyonlands/Needles von Walter 25.12.2016 11:32

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Hallo Lute

Treffer !!! Da hat Bertus vermutlich voll ins Schwarze getroffen. Zumindest stimmt die Richtung !
Dabei ist diese monotypische Gattung scheinbar lange Zeit ein Zankapfel zwischen den Systematikern gewesen: mal Agavaceae, mal Liliaceae
Nach DNA-Analysen steht sie jetzt bei Asparagaceae/Agavoideae auf gleicher "Gattungsebene" wie Agave, Hesperoyucca, Yucca & Co!

Höchst merkwürdig aber, dass sie hier oben in Utah nach allen gesichteten Quellen eigentlich überhaupt nicht vorkommen dürfte:
http://www.calflora.org/cgi-bin/species_...callis+undulata
Ihr Verbreitungsgebiet soll in Südkalifornien und angrenzenden Gebieten von Nevada, Arizona und Mexico liegen. Das verunsichert natürlich schon wieder.
Habe die gleiche Pflanze aber auch am South Rim des Grand Canyon gesehen.
Scheint wohl eine Zwiebel-/ Knollenpflanze ähnlich Manfreda zu sein.

LG Walter

#34 RE: Canyonlands von Juergen B. 09.01.2017 03:54

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Hallo Walter,

wieder ein absolut phantastischer Fotobericht, mit tollen Pflanzen - natürlich besonders Yuccas - tollen Landschaften, tollen Fotos und toll präsentiert! Klasse! Wahnsinn!

Aber etwa hat mich nicht einfach nicht mehr losgelassen .....

Zitat von Walter im Beitrag #1
.... Canyonlands stand heute auf dem Programm ....

Hilfe! Absolut unklare ID! Von Weitem sah die wie eine merkwürdige Yucca aus, ist es natürlich nicht.



Zitat von Lute im Beitrag #32
Hesperocallis undulata. Selber wusste ich es nicht aber Bertus Spee


Zitat von Walter im Beitrag #33
Hallo Lute

Treffer !!! Da hat Bertus vermutlich voll ins Schwarze getroffen. Zumindest stimmt die Richtung !
Dabei ist diese monotypische Gattung scheinbar lange Zeit ein Zankapfel zwischen den Systematikern gewesen: mal Agavaceae, mal Liliaceae
Nach DNA-Analysen steht sie jetzt bei Asparagaceae/Agavoideae auf gleicher "Gattungsebene" wie Agave, Hesperoyucca, Yucca & Co!

Höchst merkwürdig aber, dass sie hier oben in Utah nach allen gesichteten Quellen eigentlich überhaupt nicht vorkommen dürfte:
http://www.calflora.org/cgi-bin/species_...callis+undulata
Ihr Verbreitungsgebiet soll in Südkalifornien und angrenzenden Gebieten von Nevada, Arizona und Mexico liegen. Das verunsichert natürlich schon wieder.
Habe die gleiche Pflanze aber auch am South Rim des Grand Canyon gesehen.
Scheint wohl eine Zwiebel-/ Knollenpflanze ähnlich Manfreda zu sein.

LG Walter


Hallo @Walter,

Hesperocallis undulata war auch meine erste Eingebung. Aber ich hatte wegen meiner Zweifel hinsichtlich der Verbreitung, die Du hier auch angeführt hast, sowie m. E. Leichter morphologischer Unterschiede der Blätter, zunächst hier nicht gepostet und stattdessen weiter recherchiert!

Zunächst zu Hesperocallis undulata; Wurde 1867 von Asa Gray (1810 – 1888) erstbeschrieben, der diese als nahe Verwandte der im Osten,von Mitteleuropa bis Ostasien, verbreiteten Taglilien, Hemerocallis, betrachtete, und daher – bezogen auf die westliche, statt der östlichen Verbreitung, den Gattungsnamen Hesperocallis wählte [abgeleitet von ϝέσπερος; grc Wésperos → ἕσπερος Hésperos, lat. Hesperus = abendlich, westlich (sternenkundiger Titan der griechischen Mythologie, auch die antike Bezeichnung für den Abendstern - Nach Ovid wurde dieser eines Nachts vom Berg Atlas, wo er die Sterne beobachten wollte, von einem Sturm hinweggerissen und war seither verschwunden. Ihm zu Ehren wurde dann der Abendstern Hesperos benannt) und καλός; grc kalós = gut, schön → κάλλος; kállos = Schönheit, schöne Person oder Sache] der botanisch deutsch Name wäre damit „Westiche Schönlilie“. Das Artepitheton 'undulātus' lat. = gewellt, beziht sich auf die typischerweise gewellten Blattränder.
In ihrer Heimat nennt man Hemerocallis undulata: Desert Lily, Lirio del Desierto (Wüstenlilie), Ajo Lily (Knoblauchlilie) oder Ajo Silvestre (Wilder Knoblauch) - Ajo; spanisch für Knoblauch, wegen dem Knoblaucharoma der essbare Zwiebeln.

Walter hatte bereits darauf hingewiesen: Nach rezenten molekulargenetischen Untersuchungen (Pires et al. 2004) gehören diese zur Famlie der Spargelgewächse Asparagaceae, Unterfamilie Agavengewächse, Agavoideae, wobei sie mit den Agaven, insbesondere den Zwiebelagaven, Subgenus Manfreda (Manfreda, Polianthes, Prochnyanthes) nahe verwandt sind. Bis dahin waren die verwandtschaftlichen Beziehungen unklar; in der Flora von Nordamerika wird sie noch zu den Liliaceae gezählt, nach A. Gray's Sugesstion wurde sie auch den Hemerocallidaceae zugerechnet, oder gar zu den Funkiaceae und auch in eine eigene Familie Hesperocallidaceae gestellt.

Betrachten wir zunächst die Verbreitung der Hesperocallis undulata: Sie ist in heißesten und trockensten Regionen im äußersten Südwesten der USA (SO Kalifornien bis SW Arizona) sowie im Nordwesten von Mexiko (NO Niederkalifornien und NW Sonora) beheimatet, oder genauer, vom Fuß der Kingston Mountains Range im nördl. San Bernardino Co. nach Süden bis in die nordöstl. Baja California Norte, etwa 200 km südlich der Grenze zur USA, vom Golf bis zu den östlichen Vorbergen der Sierra San Pedro Martir, nach Südosten über den südlichsten Zipfel des Clark Co. in Nevada bis ins Gebiet des Lake Mohave, östlich davon bereits im Mohave Co., Arizona, dann entlang des Sacramento Valley westl. und südwestl. von Kingman, östl. bis an den Fuß der Hualapai Mountains bis südwestl. Phoenix, Maricopa Co., bis zum nahen Casa Grande im Pinal Co., von dort westlich der Ajo Mountains / Organ Pipe National Park, Pima County, über die Grenze bis Sonoita, Sonora, Mexiko, von da bis zum Puerto Lobos, Caborca, Sonora am Golf von Kalifornien. In der Regel findet man die Pflanzen auf Sandigen Böden in Höhen von 300 bis 800 m, selten höher. An der nordöstlichen Verbreitungsgrenze in Arizona gewöhnlich sogar unter 650 m. Man muss aber aufpassen, dass die Höhenangaben nicht in Fuß sind, oder 8in dem Zusammenhang falsch interpretiert wurden!

Der bei Calflora nördlichste eingetragene Fundort (G.F. Hrusa checklists; aus Stone & Sumida; The Kingston Range of California: a resource survey.“ 1983) mit einer eingetragener Höhe von 1.815 m waren sicherlich in 1815 ft. Und nicht in m, das wären also dann 553 m.

Der nördlichste für Arizona eingetragene Fundort, eine Aufsammlung von Robert Hibbs Peebles (1900-1956) vom 7. Mai 1940 - R. H. Peebles #14676; ARIZ #92344 - ca. 7 mi (rd. 11 km) nordwestl. Jacob Lake, in 6900 ft. / 2103 m, im Coconino Co, weitab, ca. 160 mi (rd. 250 km) nordöstlich aller anderen Fundorte dieses Taxons, noch dazu dieser weit höhergelegene Fundort ist IMHO anzuzweifeln. Es gibt nur diese eine Determination von Peebles, weder eine Verifikation / Revision von ihm noch von Anderen. Leider wurde bisher kein Foto der o. a. Schede des ASU Herbariums veröffentlicht. Von Peebles gab es auch spätere Aufsammlungen der H. undulata aus dem zuvor angegebenen Verbreitungsgebiet, aber er hat seine frühere Aufsammlung wohl nicht nochmals angeschaut. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Fehlbestimmung handelt. Die Pflanze dürfte der auf Walters Foto ähnlich geqwesen sein, und Peebles hatte ursprünglich sicher die gleiche Eingebung, wie Bertus Spee, Du oder auch ich!

Neben Hesperocallis wurden im Gefolge der neueren molekulargenetischen Untersuchungen weitere der vom Süden der USA bis nach Südamerika verbreitete Zwiebelpflanzen, die ehemals den Liliaceae oder anderen Gattungen zugeordnet waren, ebenfalls zu den Agavoideae / Agavaceae gestellt.

Unter diesen gibt es auch Taxa mit deutlich gewelltem Blattrand, wie z. B. die in Californien weiter nordwestich der Hesperocallis verbreiteten Chlorogalum grandiflorum. Aber bleiben wir in N Arizona und in Utah. Auch das gibt es solche, nun den Agavengewächsen zugordnete Zwiebelpflanzen, beispielsweise Leucocrinum montanum, Sand Lily , Star Lily oder Mountain Lily (Berglilie) - aber abgesehen vom abweichenden Aussehen, meidet diese sonst weiter verbreitete Species die trockensten Gebiete des Great Basin und des Colorado-Plateaus.

Bleiben wir bei Desert Lily (Wüstenlilie) – bzw. Übersetzen wir diesen Namen einmal ins Altgriechische:
ἔρημος; grc érēmos - Wüste, Wüstenei, Wildnis, unbewohntes, bzw. unfruchtbares Land
κρίνον; grc krinon – Lilie
Also: Wüstenlilie = Eremocrinum
Also: Eremocrinum M.E. Jones, Zoë 4(1): 53–54, pl. 25. 1893.

Ebenfalls eine monotypische Gattung, die inzwischen zu den Agavengewächsen gestellt wurde, wie Hemerocallis! Und wie Marcus Eugene Jones (1852 - 1934) der Autor dieser Gattung schrieb: “Der Name Desert Lily (Wüsten-Lilie) passt perfekt zu dieser Pflanze, und das ist die Bedeutung des Gattungsnamens.“

M.E.Jones hatte zwei Jahre zuvor ein neues Taxon Hesperanthes albomarginata beschrieben (New species and notes of Utah plants, in Zoë 2(3): 251. 1891; coll. 9. Mai 1890, am Green River, Ost-Utah). Nachdem er Unterschiede zu den anderen als Hesperanthes beschriebenen Taxa erkannte hat er die v. a. neue Gattung aufgestellt, und die entsprechende Umkombination vorgenommen:


Eremocrinum albomarginatum, Zoë 4(1): 53, pl. 25. 1893

Eremocrinum albomarginatum (M.E. Jones) M.E. Jones, Zoë 4(1): 53, pl. 25. 1893.

Vernakuläre Namen: Desert Lily (Wüsten-Lilie), Sand Lily (Sand-Lilie), Lonely Lily (Einsame Lilie), Utah Solitaire Lily (Utah Einzelgänger-Lilie) - beide Namen ebenfalls abgeleitet von érēmos bzw. ἐρημίτης, eremítēs = Wüstenbewohner, Eremit, Einsiedler, d. h. eine Person, die einsam, in Abgeschiedenheit von der Gesellschaft lebt - oder auch Intermountain False Wheatgrass (Intermountain Schein-Quecke) wegen der teilweis Quecken ähnlichen Blätter.

Das Artepitheton brauche ich hier wohl kaum erklären: weißrandig; auf Walters Foto ist dieser breite weiße, namengebende Blattrand deutlichst erkennbar! Zugleich steht das weißrandig aber auch für die weißradig erscheinenden Blütenblätter, mit ihren mittigen drei sehr prominenten grünen Nerven! Dies ist eine der am vergäglichsten Arten der dortigen Flora, und sehr attraktiv, schreibt Jones!

Auch die Blatthaltung der der schmalen bis zu 40 cm langen, bis 3 cm breiten Blätter, aufrecht und übergeneigt, oder auch auf dem Boden ausgebreitet wachsend, einschl. der nicht ganz so ausgeprägte Randwellung passen meine Erachtens, was von den wenigen im Netz zu findenden Fotos mit weniger ausgeprägter Undulation etwas abweichen kann - jedoch bei H. undulata gibt es intraspezifische Unterschiede in der Ausprägung der Randwellung.

Nun ja „Pseudoyucca“ wäre ja nett, war aber nur ein Spaß; albomarginata jedoch passt!

Diese seltene Wüstenlilie ist ein Endemit des Colorado-Plateaus in Südost-Utah (San Juan, Grand, Emery, Wayne, Garfield u. Kane Counties) sowie in Nordost-Arizona (nördlicher Teil der Navajo und Apache Counties, wohl auch des ans Kane Co. UT grenzenden Coconino Co.) in etwa 1.300 - 1.800 (2.100) m.

Dort findet man die Pflanzen überwiegend in offenen Strauchgesellschaften auf sandigen und sandig-lehmigen Böden, sogar in Salzwüsten.

Dieses Taxon passt sowohl vom Aussehen der Belaubung (zwar nicht 100%ig), als auch von der Verbreitung zu der von Walter hier gezeigten Pflanze, als auch für Walters Beobachtung vom South Rim (oder war's vielleicht der heißere trocknere Südhang, also der North Rim, der Nordrand des Grand Canyon. Leider gab's wohl keine Blüten oder Früchte, die zu einer sichereren ID zweckmäßig gewesen wären!



Eremocrinum albomarginatum (M.E. Jones) M.E. Jones, Corona Arch Trail, Utah
©Al Schneider, hosted by the USDA-NRCS PLANTS Database

Leider gibt es ausgesprochen wenige Fotos dieser Pflanze im WWW! Leider zeigt dieses Exemplar im Vergleich zu Walters Foto auch nicht den deutlich gewellten Blattrand, und auch der weiße Randstreifen ist schwächer ausgeprägt, so dass auch ich dieses Taxon anhand der Fotos zunächst wieder verworfen hatte. Das Exemplar auf Walters Foto sieht in der Tat so aus, als läge ein genetischer Einfluss von Hesperocallis vor. Und wer weiß? Die Pflanze auf dem Foto erscheint fast intermediär? Vielleicht lagen die Verbreitungsgebiete historisch einmal näher beisammen oder es gab sogar Überschneidungen, welche IMHO im Genpool heute noch zu finden sind? Vielleicht ist es eine bisher unbeschriebene Spezies. Und vielleicht sind die beiden Genera näher miteinander verwandt, als bislang angenommen?

Es besteht jedenfalls Klärungs- und Forschungsbedarf, von der Feldforschung bis hin zur Molekulargenetik. Bis dahin würde ich "aff." benutzen!

Zur Vervollständigung: Alle anderen Taxa der Gattung Hesperanthes wurden inzwischen zur Gattung Echeandia, Graglily (Klippenlilie) - ca. 80-90 Arten, von den S-USA bis NW-Argentinien - gestellt, teils auch in die Synonymie bereits beschriebener Taxa.


LG Jeórjios

#35 RE: Canyonlands von Walter 09.01.2017 17:51

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Hallo Jürgen

da hast du dir wieder wahnsinnig viel Arbeit gemacht !!!
Ich habe den Eindruck, dass dieses Pflänzchen so langsam immer mehr eingekreist wird.
Bei der ersten Diagnose Hesperocallis undulata konnte der Standort Utah nicht stimmen und es hat der markante weiße Blattrand gefehlt.
Bei deiner jetzigen Vermutung Eremocrinum albomarginatum stimmt der Standort und der weiße Blattrand, aber es fehlt die "Undulierung" und das Blatt wirkt mir auch zu schmal..
Wenn man sich die Asparacaceae z.B. in SEINet ansieht gibt es vermutlich noch einige Gattungen, die kaum ein Mensch auf dem Schirm hat:

http://swbiodiversity.org/seinet/taxa/in...j=0&taxauthid=1

Leider viele davon ohne Bilder oder nur Blütenbilder, die nicht hilfreich sind, wenn man nur die Pflanze hat
Im Prinzip müsste man jede dieser Gattungen einzeln intensiv recherchieren, aber dazu habe ich im Moment keinen Nerv.

Hier ist übrigens noch so ein völlig unklarer Kandidat aus dieser Gegend (Klondike Bluffs)


große, grüne, weiche Blätter im reinen, tiefgründigen Sand. Sowas würde man dort mit Sicherheit nicht erwarten,
denn rundum nur Xerophytenpopulation mit vielen Yuccas, die auch nicht so einfach zuzuordnen sind:



Ich hoffe, ich komme in den nächsten Tagen endlich dazu, deine Mails zu beantworten. Habe schon ein ganz schlechtes Gewissen
LG Walter

#36 RE: Canyonlands von Horst-Ruhrgebiet 10.01.2017 09:49

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Zitat von Walter im Beitrag #35
Hallo Jürgen

da hast du dir wieder wahnsinnig viel Arbeit gemacht !!!
Ich habe den Eindruck, dass dieses Pflänzchen so langsam immer mehr eingekreist wird.
Bei der ersten Diagnose Hesperocallis undulata konnte der Standort Utah nicht stimmen und es hat der markante weiße Blattrand gefehlt.
Bei deiner jetzigen Vermutung Eremocrinum albomarginatum stimmt der Standort und der weiße Blattrand, aber es fehlt die "Undulierung" und das Blatt wirkt mir auch zu schmal..
Wenn man sich die Asparacaceae z.B. in SEINet ansieht gibt es vermutlich noch einige Gattungen, die kaum ein Mensch auf dem Schirm hat:

http://swbiodiversity.org/seinet/taxa/in...amp;taxauthid=1

Leider viele davon ohne Bilder oder nur Blütenbilder, die nicht hilfreich sind, wenn man nur die Pflanze hat
Im Prinzip müsste man jede dieser Gattungen einzeln intensiv recherchieren, aber dazu habe ich im Moment keinen Nerv.

Hier ist übrigens noch so ein völlig unklarer Kandidat aus dieser Gegend (Klondike Bluffs)


große, grüne, weiche Blätter im reinen, tiefgründigen Sand. Sowas würde man dort mit Sicherheit nicht erwarten,
denn rundum nur Xerophytenpopulation mit vielen Yuccas, die auch nicht so einfach zuzuordnen sind:



Ich hoffe, ich komme in den nächsten Tagen endlich dazu, deine Mails zu beantworten. Habe schon ein ganz schlechtes Gewissen
LG Walter



Hallo Walter,

ich würd mal sagen wir sind auf dem zweiten Foto wieder bei Y. harrinanaiae gelandet

Aber mal was ganz anderes: mich haben diese alten Juniperus utahensis fasziniert. Was für herrliche Koniferen. Die wären es auch mal wert ausprobiert zu werden.






#37 RE: Canyonlands von Christian Gols 10.01.2017 10:59

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Herr Konifer zeigt Wadl her!

#38 RE: Canyonlands von Walter 10.01.2017 11:21

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Hallo Horst

wo sind denn diese Bilder entstanden? Diese Formationen sind uns nicht begegnet.

Zum Thema Juniperus: für mich sind die nach einigen Tagen alle unter osteosperma gelaufen, da sie bald zum alltäglichen Landschaftsbild gehörten.
Ein Artenwechsel von osteosperma zu utahensis ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Meist ging mein Blick nach unten zu den Yuccas
Lediglich alte, verknorrte durften gelegentlich mal auf ein extra Bild wie der hier (auch an den Klondike Cliffs im Arches NP):



Ich glaube schon, dass die bei uns eine gewisse Überlebenschance haben. Falls meine Osteospermasamen keimen, werde ich auch mal einen testen.

Mit den Yuccas meinte ich folgendes: im unteren Bereich der Felswand im Hintergrund schöne blaue Yuccas, die ich eindeutig harrimaniae zuordnen würde:


nur etwa 20m weiter: schöne kompakte, blaugrüne Exemplare:


wieder 20m weiter im flachen Bereich: grüne und deutlich lockerer gestellte Blätter:


Natürlich nur eine Art, aber wenn man die Pflanzen vom ersten Bild und die Pflanzen vom letzten Bild bei uns in den Sammlungen nebeneinander stellt,
werden viele sagen: das sind 2 verschiedene Arten.

LG Walter

#39 RE: Canyonlands von Sascha 10.01.2017 11:33

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Hallo Walter, J. Thiede schreibt in (Urs Eggli, Sukkulenten Lexikon, Band I, Einkeimblättrige Pflanzen/Monocotyledonen, 2001, Ulmer) auf Seite 97, siehe letzter Satz zu Y. harrimaniae var. harrimaniae

LG
Sascha

#40 RE: Canyonlands von Walter 10.01.2017 11:44

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... und trifft damit genau die mittlerweile gewonnene Überzeugung von Klaus und mir !!!
Werde über unsere diesbezüglichen Eindrücke mit Klaus zusammen einen Bericht im nächsten Wüstengarten schreiben.

LG Walter

#41 RE: Canyonlands von Horst-Ruhrgebiet 10.01.2017 12:13

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Zitat von Christian Gols im Beitrag #37
Herr Konifer zeigt Wadl her!




Hallo Walter,

also mich habt ihr nicht zu überzeugen gebraucht. Seit letztem Jahr bin ich auch der Meinung, dass es sich um kleinwüchsige Y. harrimaniae handelt.
Aber botanische persönliche Grundüberzeugungen trägt man ja nicht wie eine Monstranz ständig mit sich herum, warum nicht Y. nana weiterhin benutzen wenn es sich um ein sprachliche Konvention handelt
und jeder weiß was gemeint ist.
Die Bilder von mir sind übrigens aus dem 'Colorado National Monument', ca 100 km Luftlinie von Canyonlands entfernt. Der Utah-Sandstein macht wie man sehen kann nicht vor Staatsgrenzen halt.
BTW: Juniperus utahensis und osteosperma sind ein und dasselbe

#42 RE: Canyonlands von johan 10.01.2017 14:27

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endlich mal klarheit nana -harrimaniea,faxoniana -carnerosana und torreyi-treculeana und schon 3 species zur formen dergradiert
recht so
lg
johan

#43 RE: Canyonlands von Walter 10.01.2017 14:58

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Hallo Horst

wenn ich mich recht erinnere, hatte Klaus im Colorado National Monument auch "nanas" gefunden. Sind die dir dort auch begegnet?
"Juniperus utahensis und osteosperma sind ein und dasselbe"

LG Walter

#44 RE: Canyonlands von Horst-Ruhrgebiet 10.01.2017 15:25

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Durch den Park bin ich stramm durchgewandert, hab aber keine kleinen Y. harrimaniae gesehen.

#45 RE: Canyonlands von Juergen B. 16.01.2017 17:05

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Hallo Walter,

wie sagt man doch: "Ohne dich ist alles doof hier!" Halt' alle Aufregung von Dir fern und werd' schnell wieder gesund!

Aber vielleicht kommst Du doch mal dazu, hier ins Forum zu schaun!

Zitat von Walter im Beitrag #1
.... Canyonlands stand heute auf dem Programm ....

Hilfe! Absolut unklare ID! Von Weitem sah die wie eine merkwürdige Yucca aus, ist es natürlich nicht.



Die erste ID dürfte - dank meines Freundes Andrey - geklärt sein, diese Pflanze mit den weiß gestreiften, gewellten Blättern ist weder Hesperocallis undulata, noch Eremocrinum albomarginatum, weder ein Spargel- bzw. Agavengewächs, noch ein Liliengewächs, oder sonst eine Einkeimblättrige! Diese Pflanze gehört zu den Enziangewächsen, oder den Gentianaceae! Noch genauer: Familie Gentianaceae Juss., Tribus Gentianeae Colla, Subtribus Swertiinae (Griseb.) Rchb., Genus Frasera Walter - Green Gentian / Grüner Enzian, oder Elkweed / Elchgras (und in dieser Richtung hatte ich auch schon überlegt)!

Thomas Walter benannte die Gattung zu Ehren von John Fraser (1750 - 1811) einen schottischer Botaniker und Baumschuler, der für die Kew-Gärten und die Linne-Gesellschaft Pflanzen sammelte und seine Pflanzen auch privat verkaufte.

Es ist Frasera paniculata Torr.
Syn. Frasera utahensis M.E.Jones, Swertia utahensis (M.E. Jones) H. St. John, und Leucocraspedum utahense (M.E. Jones) Rydb.
Tufted Elkweed /also Schopf- oder Horst-Elchgras, Tufted Frasera oder Utah Elkweed

Die weiß gerandeten (albomarginata) Basalblätter führen oft zur Fehlidentifizierung als Frasera albomarginata, der Desert Frasera, oft selbst in Wildblumenbüchern. Beide Taxa haben diese typisch weiß gerandeten und auch undulierten Blattrand (ähnlich Hesperocallis undulata), aber Frasera paniculata hat viel längere und breitere Basalblätter als diese, und der Blütenstand, eine Rispe, wird bis 1,5 m hoch!






Frasera paniculata & Yucca angustissima, Arches National Park, Grand County, Utah, Foto: Flickr / Andrey Zharkikh


Frasera paniculata, Blüte, Petrified Forest National Park, Apache County, Arizona, Foto: Flickr / Petrified Forest NPS

Ich hoffe auch, Deine andere Unbekannte findet bald Ihren Namen.

LG und Gute Besserung,

Jeórjios

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