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#1 ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:27

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Heute habe ich einen Sandsteinbruch nahe meines Wohnortes besucht. Geologisch befinden wir uns hier im Dogger beta. In dem großen Areal wird besonders hochwertiger Feinsand mit enormen Aufwand abgebaut. Der Sand ist nahezu staubfein in Körnung 0-0,5mm mit starker Tendenz zu Null und findet überwiegend Verwendung in der Ziegelindustrie. Dieser Sand ist kaum mit anderen Sand zu vergleichen eben wegen dieser Feinheit. So fein, dass der Sand aufgeschichtet und etwas verdichtet sogar wasserundurchlässig wird.



Doch bevor es losging wurde noch etwas Erde gesammelt. Erde von Maulwurfshügeln ist perfekt. Unverdichtet und feinkrümelig. Je nach geologischer Bodenbeschaffenheit der Wiesen gibt es eher lehmig, humos oder sandig. 




Erde ist ja nur ein Bestandteil deshalb zurück zur Grube


Hier werden Sandträume wahr...alle erdenklichen Farben und Korngrößen.


Durch den vielen Regen und den ungünstigen Wetterbedingungen kommen die Farben des Sandes nicht Rübe. Vollgesaugte Sandsteine unterscheiden sich von trockenen farblich enorm


Mitunter stark eisenhaltig...

#2 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:32

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Von Gelb über weiß zu rot...

Mit Eisenanreicherung...

In allen Größen und Formen...

Auch in riesigen tonnenschweren froststabilen Blöcken verfügbar

#3 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:34

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Mit Sonnenlicht und Trockenheit würde diese Landschaft hier völlig anders wirken...

#4 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:36

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#5 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:41

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Ich verwende diesen Sand fortan in meinen Substraten. Für diese Zwecke muß allerdings die Menge der Feinanteile auf ein Minimum reduziert werden. Deshalb wird gesiebt um so an die gewünschten Körnungen des Sandes zu gelangen.
Auto voll geladen...das reicht für eine ordentliche Mengen Aussaat-und Pflanzsubstrat etc

#6 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:46

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Im Deponiebereich der Grube erblickten meine Augen zu meiner Überraschung potentiell paläontologisch interessantes Aushubmaterial vermutlich von einer Baustelle der näheren Region stammend.

Bereits von weitem war das Material recht eindeutig dem Jura genauer gesagt dem Pliensbachium und Toarcium des Lias zuzuordnen. Schade, dass mein Geologenhammer Zuhause lag. Gerade die Schichten aus dem Lias epsilon sind bekannt für ihren Fossilreichtum.


Das Aushubmaterial ist noch recht frisch und deshalb kaum abgeregnet. Es fällt somit entsprechend schwer, etwaige fossile Überreste auszumachen. Dennoch konnte ich beim ablaufen des Haldenmaterials - auf die Schnelle - ein paar nette Stücke entdecken.

#7 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:52

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Die meisten Fossilien ließ ich zurück...wie diesen Mikrokonch der Art Harpoceras elegans.


Oder diverse Belemniten Stufen wie hier im Bild Acrocoelites sp.

#8 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:53

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Dieser hübsche Dactylioceras blieb auch zurück

#9 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 16:56

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Sogar ein Saurierwirbel konnte entdeckt werden. Definitiv von einem Fischsaurier also Ichthyosaurier vermutlich aus der Gattung Stenopterygius
Auch den ließ ich zurück...

#10 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 17:01

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Verlockend! Ein Laibstein aus dem unteren Toarcium. Diese brotlaibförmigen Geoden beinhalten nicht selten hervorragend überlieferte Fossilien...man kann sich diese Konkretionen wie ein Überraschungsei vorstellen....man weiß nie was sich darin befindet....doch ohne Werkzeug...no Chance.

#11 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Hardy 26.12.2016 17:16

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Hallo Matthias,
Deine Energie ist erstaunlich!
...an solchen Feiertagen tendiere ich eher zu Extremcouching, Regeneration versteht sich...nach der Weihnachtsgans und gutem Rotwein...
LG
Hardy

#12 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 17:39

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Hallo Hardy,

Die Grippe hat mich derzeit voll im Griff und ich musste heute endlich mal ein wenig an die Luft ansonsten habe ich die Tage auch recht ruhig verbracht

LG Matthias

#13 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 17:41

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Im Haldenmaterial fand sich ein Windungsstück eines riesigen Phylloceras heterophyllum. Irgendwo in dem Haufen befindet sich wohl der Rest davon...das wäre die Krönung gewesen.

#14 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 17:48

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Doch ein Stück habe ich am Ende mitgenommen. Auf den ersten Blick dachte ich sofort an Hildaites serpentinum doch bei genauer Betrachtung kamen erste Zweifel...es könnte sich auch um Cleviceras handeln, das wäre um so schöner bei diesen Ausmaßen. Endgültig wird es sich beim Aufspalten des Steins zeigen. Jedenfalls ein toller Fund wenn sich das Stück komplett im Stein befindet... herrliche Schalenerhaltung lässt sich bereits erahnen....man wird sehen...


#15 RE: ...Doggersand oder wie sich Substratbeschaffung zum Abenteuer entwickelt... von Matthias 26.12.2016 17:49

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Abenteuer Substratbeschaffung Ende

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